Instrumente schlagen
Illustration: Henning Studte
Die Musik eines Landes ist ein wichtiger Bestandteil seiner Kultur und, darüber hinaus, seiner Gesellschaft. Dem Wort, das das “Musikmachen” bezeichnet, kommt deshalb eine entscheidende Bedeutung zu. Die Italiener, taktvoll und fein, lassen ein Instrument “erklingen” (suonare uno strumento). Die Franzosen, Deutschen und Engländer haben den unterhaltsamen Brauch gemein, zu “spielen”, um Musik zu machen: jouer un instrument, ein Instrument spielen, beziehungsweise to play an instrument.
Die eher rauen und ungeschliffenen Spanier, Portugiesen und Katalanen hingegen “fassen” Instrumente einfach an (tocar un instrumento, tocar o instrumento, tocar un instrument). So können wir beobachten, wie die Wortfinesse eine rasante Bruchlandung hinlegt, sobald wir die iberische Halbinsel betreten. Kann es denn überhaupt noch ein unharmonischeres Verb geben, dass das Musizieren beschreibt? Erstaunlicherweise ja: Auf baskisch werden Instrumente “geschlagen”, instrumento jo.
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